Samstag, 3. Februar 2018

Whatever will be, will be...

Seit Beginn des neuen Jahres treffen wir uns nun regelmäßig, und als wäre ein Knoten geplatzt, gelingt es uns weiterhin interessante Gespräche zu führen und die neu erworbene Anziehung zu nutzen. Hätte mir dies Jemand vor einem halben Jahr vorausgesagt, hatte ich ihn für geisteskrank erklärt. Seine Wandlung vom gefühlskalten Schweiger zum offenen Gesprächspartner ist wirklich sehr erstaunlich. Ich genieße sowohl das Alleinsein, mich nach meinem Geschmack einzurichten, meinen Tag ohne Rücksicht auf einen anderen planen zu können. Gleichzeitig genieße ich unsere gemeinsamen Unternehmungen, die auf einmal wieder so viel Spaß machen. Ich weiß nicht, ob wir das Richtige tun, denn immerhin war er noch vor zwei Monaten heftig in eine andere Frau verliebt und für mich brach die Welt zusammen. Doch gleich nachdem ich die Trennung aussprach, begann ich mich nach ihm zu sehnen, obwohl ich noch nicht einmal ausgezogen war. Ich denke, dass er mit seinen Gefühlen noch nicht wirklich im Reinen ist. Die Zeit wird zeigen, ob er sich mit mir nur über die enttäuschte Verliebtheit trösten will, oder ob er wirklich noch so tiefe Gefühle für mich besitzt, wie er behauptet. Im Moment möchte ich nicht daran denken, ich genieße einfach unsere Treffen und schiebe das, was kommen könnte weit weg von mir. Vielleicht können wir als Paar nur funktionieren, wenn wir nicht zusammen leben. Das Zusammenleben war gegen Ende eine einzige Qual. Jetzt leben wir eine Beziehung, als wären wir erst kürzlich ein Paar geworden, hätten uns aber schon davor sehr lange gekannt. Wie sich in Zukunft unsere Beziehung entwickeln wird, kann ich beim besten Willen nicht voraussehen. Alles ist möglich.

Donnerstag, 1. Februar 2018

Zurück im virtuellen Leben...

...bin ich. Endlich habe ich nun auch einen richtigen Lappi... Es ist viel geschehen seit ich hier das letzte Mal geschrieben habe. Nachdem meine Beziehung offensichtlich in die Brüche ging, verabschiedete sich auch mein Rechner von mir. Auf dem Handy hier Texte zu posten, war mir dann doch zu aufwendig, daher die Funkstille meinerseits. Nun sitze ich hier mit meinem neuen Luxusartikel und die Lust zu schreiben ist wieder da.
Aber der Reihe nach.
Es kam der 31. Dezember. Sylvester. Ein ganz besonderer Tag des Jahres. Irgendwie konnte ich mich nicht entschließen, mich irgendwo einzuladen. In Pärchenparties als frisch Getrennte zu stören ist nicht so mein Ding. In dem Kaff, in dem ich lebe, gibt es nicht einmal eine Singleparty an diesem besonderen Tag. Ich war schon darauf vorbereitet, den Abend mit Sammy, dem kleinen Siamkater und einer Flasche Sekt zu verbringen, da bekam ich eine Nachricht: "Bin ein bisschen krank und habe daher alle Festivitäten abgesagt. Hast Du Lust vorbei zu kommen?" Das überraschende an der Nachricht war der Absender: Mein EX-WilderEhemann. Da ich nun wirklich nichts anderes vorhatte, machte ich mich dann tatsächlich mit einem Topf Nudeln auf in Richtung EX-Heimat, um dem armen  Kranken mit einer Speisung zu stärken und den tatsächlichen Grad der Erkrankung zu erforschen. Natürlich hielt sich die Erkrankung in Grenzen. Den weiteren Abend verbrachten wir in erneut in Tränen aufgelöst und unter Konsum seines halben Weinkellers. Am Ende geschah das wohl Unvermeindliche. Wir landeten dort. Ja, genau dort. Ich habe mich selbst nicht mehr verstanden. Aber es ist tatsächlich passiert und war unbeschreiblich schön. Worauf meine Verwirrung nicht größer hätte sein können.

Samstag, 30. Dezember 2017

Unerwartet kommt oft...

Eine weitere Aussprache zwischen ihm und mir verlief so derart unerwartet, wie ich es mir nie ausdenken hätte können.
Voller Wut und Zorn schleuderte ich ihm meine Liste der Demütigungen und Enttäuschungen ins Gesicht, während mir die Tränen in Strömen herunterliefen. Plötzlich fing auch er an zu weinen. Er zählte mir in aller Ruhe alle Punkte auf, die ihn an mir enttäuschten. Seltsamer Weise waren all die Dinge, die in der bewussten Nacht zur Trennung geführt hatten nicht dabei. Hauptsächlich fühlte er sich von mir nicht genügend bestätigt und kritisierte, ihn zuwenig in seinen Aktivitäten unterstützt zu haben, zu wenig Anteil an seinen Interessen gehabt zu haben. Das kam völlig überraschend für mich, damit hatte ich nicht gerechnet.
Zwei Stunden vergingen und es flossen auf beiden Seiten ganze Bäche von Tränen. Am Ende stellten wir jedoch fest, das die Trennung zu diesem Zeitpunkt für uns beide das einzig richtige war.  Wir stellten fest, dass wir uns all die Jahre einfach zu häufig missverstanden hatten und jeder vom anderen meinte, dass er nicht genug für die Beziehung tun würde. So wird  das wohl bleiben. Ich denke, ich habe sehr viel an der Beziehung gearbeitet, warum er das von sich auch denkt, bleibt mir immer noch ein Rätsel. Wir passen wirklich nicht zusammen, aber irgendwo in meinem Herzen liebe ich ihn wohl immer noch, ansonsten hätte mich diese Aussprache  nicht so erschüttert. Nachdem er allerdings sein Herz an Pippi Langstrumpf für Arme verschenkt hat, kann auch aus diesem Grund aus uns beiden kein Paar mehr werden. Mit dieser Erkenntnis muss ich wohl jetzt leben und nach vorne schauen. Umdrehen bringt nichts mehr außer weiteren Tränen.
Morgen ist der Jahreswechsel und damit soll auch für mich etwas ganz Neues, Positives beginnen.

Ich wünsche allen Bloggern hier einen phantastischen Start ins Neue Jahr mit viel guter Laune in lieber Gesellschaft!

Dienstag, 26. Dezember 2017

Die Frage aller Fragen...

Die letzten Tage waren ja die, in welchen man sich mit allen seinen Lieben zum Feiern und Reden trifft. Ob es nun die Familie, die Freunde, Bekannte, Kollegen waren, mit denen ich mich ausgetauscht habe, es kam an mich immer die gleiche Frage:

"Warum  hast  du  so  lange  gewartet?" (...dich zu trennen...) Wohl hat man mir schon lange angesehen, dass ich in dieser Beziehung sehr unglücklich war.

Ich kann es nicht wirklich sagen, denn es hatte viele Gründe, warum ich meine Trennung nicht schon früher vollzogen habe.

Zum einen war da natürlich die Angst vorm Alleinsein. Ich habe nie lange alleine gelebt. Es gab da immer jemand. Tatsächlich genieße ich jetzt das Alleinsein. In den letzten Monaten meiner Beziehung habe ich mir immer wieder gewünscht, alleine zu sein, meinen Tagesablauf gestalten zu können wie ich möchte. Er war ja immer extrem bestimmend in der Hinsicht und ich habe es mir gefallen lassen.
Dann waren da noch die Bedenken, wie wir wohl "danach" miteinander umgehen würden, schließlich wohnen wir immer noch im gleichen kleinen Ort, wir arbeiten in der gleichen Firma. Auch diese Bedenken waren umsonst. Ich bin ihm in vielen Dingen so weit entgegen gekommen, dass er es sicherlich nicht übers Herz bringt, jetzt noch einen Streit vom Zaun zu brechen und mir das Leben schwer zu machen. Zum Beispiel habe ich ihm die gesamte Einrichtung des Hauses überlassen, die ursprünglich fast ausschließlich von mir stammte. Ich richte mich gerade vollkommen neu ein. Wir trennten uns als "Freunde". Eigentlich hege ich keinerlei freundschaftlichen Gefühle für ihn im Moment, aber vielleicht kommt das ja noch.
Bequemlichkeit und Gewohnheit waren wohl auch Gründe, warum ich mich nicht früher entschließen konnte, ihn zu verlassen.
Der wichtigste Grund war wohl,  ehrlich gesagt,  meine Sorge was aus unseren Katzen werden würde. Zwei von ihnen habe ich bei ihm zurück gelassen und ich bin immer noch nicht davon überzeugt, dass sie von ihm gut versorgt werden. Immerhin bleibt mir noch Sammy, mein kleiner Siamkater, den ich gerade versuche, an die neue Umgebung zu gewöhnen. Wer ein Katzennarr ist wie ich, empfindet für seine Fellnasen fast ebenso viel wie für nahestehende Menschen.

Jahrelang habe ich immer wieder versucht, die Beziehung zu beleben, uns auszusprechen, gemeinsame Unternehmungen zu planen. Danach ging es ein bis zwei Wochen besser, dann hatte er wieder das Interesse verloren und alles war mies wie zuvor.

Gerade als ich wieder einmal angestrengt darüber grübelte, wie ich am besten aus dieser unglücklichen Beziehung aussteigen könnte, gab er mir einen wunderbaren Grund für einen Schlussstrich. Mehrere Wochen verbrachte er Tage und halbe Nächte auswärts bei einer anderen Frau, bevor er sich, nach den halben Nächten mit ihr, noch frech neben mich ins Bett legte und mir etwas vorschnarchte.  Etwa zwei Wochen habe ich dies mit angesehen, dann habe ich ihn gestellt und eine Aussprache erzwungen. Er hätte wohl noch länger so weiter gemacht, ohne sich mit mir auszusprechen. Diese Frau passe so viel besser zu ihm, meinte er, sie sei wie er naturverbunden, zwölf Jahre jünger als ich und natürlich blond und schlank, unternehmungslustig mit großem Freundeskreis - seiner Ansicht nach, das glatte Gegenteil von mir. Außerdem sagte er mir, dass er mich nie wirklich geliebt hätte, ich ihm zu alt wäre, wir in den letzten 15 gemeinsamen Jahren nie zueinander gefunden hätten. Außerdem ging ihm meine Krankheit auf die Nerven. All dies hat er Tage später widerrufen, aber ich denke schon, dass er all dies so gemeint hat, wie er es in dieser Nacht sagte. Sofort nachdem er mir gestand, dass er sich in die Andere verliebt hat, habe ich die Trennung vollzogen. Seine größte Sorge war, dass er nun nach außen als das böse Arschloch da stehen könnte. Tja, selbst schuld. Einen Monat später zog ich in meine neue eigene Wohnung. Sicher hat er mit diesem Tempo und meiner Entschlussfreudigkeit nicht gerechnet. Zu guter Letzt hat sich seine Angebetete gegen ihn entschieden, da sie selbst zwar getrennt aber noch verheiratet ist und erst ganz am Anfang eines Scheidungsdramas steht, dass sich aufgrund der persönlichen Umstände ziemlich dramatisch entwickeln könnte. Da ist wohl leider kein Platz für ihn in ihrem Leben momentan....
Nun bin nicht ich es, die alleine ist, sondern er. Ich habe in letzter Zeit so viel Zuspruch und liebevolle Aufmunterung von verschiedenen Seiten erhalten, wie ich es nie erwartet hätte. Ich kann mich vor Besuchern kaum retten. Natürlich möchte jeder mein neues Heim bewundern, andererseits trauen sich jetzt erst auch wieder viele wieder zu mir, die vorher wegen der schlechten Stimmung zwischen ihm und mir keine Lust auf einen Besuch bei mir hatten.
Bisher habe ich meine Entschluss noch keinen Tag bereut.

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Stressless...

Ich kann mich seit den letzten zwanzig Jahren nicht an einen 21. Dezember erinnern, der so entspannt war wie der heutige. 75 % der nervigsten Vor - und Nachweihnachts-Termine sind durch meinen Sologang einfach weggefallen.  Keine Essenseinladungen von Schwestern, die jeden Gast dazu zwingen, Fotobücher von Fernreisen der Familie mit Seitenzahlen 500 + nach dem Essen anzusehen und danach jeden noch mit Lobhymnen über die eigenen Kinder quälen (die hochbegabten Wunderkinder sind inzwischen erwachsen und laufen mit der Masse mit). Der Onkel, der jedes Jahr eindlädt und die gleichen Geschichten von Anno Dazumal preisgibt und jedes Jahr ein stinkendes Billigparfum mit Duschgel und Bodylotion verschenkt, muss leider dieses Jahr auch auf meinen Besuch verzichten. Die Cousinen, bei denen du befürchtest, sie könnten doch einmal während eines Gesprächs vom Stuhl fallen, weil sie von ihren eigenen Geschichten eingeschlafen sind. Die krampfigen Einkauftouren, während denen man versucht ein Geschenk für den Partner zu finden, der einen schon seit Jahren aus seinem Leben ausgeschlossen hat und völlig fremd geworden ist. Auf diese Art und Weise bekam ich in den letzten Jahren folgende Weihnachtsgeschenke:

Eine nicht funktionierende Gartendusche,
eine Stehlampe für das gemeinsame Wohnzimmer,
eine Armbanduhr, obwohl ich Armbanduhren am Handgelenk nicht ertrage
Konzertkarten von Veranstaltungen, die mich nicht interessieren, sondern eigentlich nur ihn
und so weiter und so fort.
Der Knüller war das Jahr an dem er mir nichts schenken wollte, sondern eine Spende an das örtliche Tierheim stattdessen machte.Wir sind ja Tierfreunde...Die Miezen und Hündchen haben es ihm wohl gedankt.

Dienstag, 19. Dezember 2017

Tot geglaubte leben länger...,

Ich bin wieder im Rennen. Seit gestern bin ich im Besitz eines eigenen Internetanschlusses, einer eigenen Festnetznummer und nun kann´s wirklich nur noch besser werden. Nun müssen nur noch recht viel Leute anrufen und mich unterhalten.
Meine Wohnung ist noch etwas spärlich und provisorisch einggerichtet, aber das Wichtigste: Tisch, Bett, Schrank und ein Bad, sowie eine Küchenzeile samt Kühlschrank sind vorhanden. Es wurde auch schon eine kleine Housewarmingparty gefeiert. Mein Mitbewohner, Kater Sammy, macht sich langsam mit dem Gedanken vertraut, eine Hauskatze zu werden. Bisher zeigt er keinerlei Anzeichen, dass er sein Streunerdasein vermisst. Er genießt es, nun meine Nummer eins zu sein.
So ein Umzug macht viel Arbeit und es gab auch schon reichlich Pannen. So passte zum Beispiel meine ursprünglich gekaufte Zweisitzer-Couch nicht durch Treppenhaus in meine Wohnung, da ich unterm Dach wohne und die Decke auch schon im Treppenhaus sehr niedrig ist vor meiner Türe. Nun habe ich ein anderes Modell im Wohnzimmer stehen - zweiteilig und praktisch zum Reintragen. Allerdings ist der Raum nun fast ausgefüllt mit dieser Couch, da sie anderhalbfach so groß ist wie die ursprüngliche. So spare ich es mir, recht viel anderes Mobilar für dieses Zimmer anzuschaffen. Was braucht man schon im Wohnzimmer sinnlosen Schnick-Schnack - eine Couch, ein Fernseher, ein Tischchen für Bierchen und Chips und schon ist man perfekt eingerichtet...
Das Leben allein habe ich mir schlimmer vorgestellt, eigentlich bin ich jetzt wesentlich weniger einsam als zuvor. Im Gegenteil, nun habe ich ständig Besuch und auch wieder Lust auf die verschiedensten Unternehmungen. Mein Haushalt ist in Null-Komma-Nix erledigt und es wartet keiner ungeduldig aufs Abendessen, wenn ich nach Hause komme.
Natürlich habe ich auch meine Durchhänger, man hat sich ja schließlich einmal geliebt. Zumindest ich ihn, umgekehrt bin ich mir da gar nicht mehr so sicher. Ein guter Freund sagte mir kürzlich dazu: "Es sind eigentlich nur die alten Gewohnheiten die Du vermisst, den Mann wohl eher nicht so sehr!" Er kennt ihn wohl recht gut, das war mir vorher nicht so bewusst und ich muss sagen, dass er mit seiner Aussage ins Schwarze getroffen hat.

Freitag, 10. November 2017

Neuanfang

Die ersten Schritte ins neue Leben sind getan, die nächsten Tage angefüllt mit Terminen für Wohnungsbesichtigungen, Bankgängen und dem ganz alltäglichen Kram, der einem ja auch in einer solchen Ausnahmesituation leider nicht erspart bleibt.
Seltsam ist jedoch, dass ich nun viele Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachte und mir nun Einiges klar wird. Ich habe das Gefühl, als wäre ein Schleier gefallen. Vieles das ich lange übersehen habe, fällt mir jetzt wieder auf. Sogar mich selbst sehe ich nun in einem anderem Licht. Das Haus, in dem ich die letzten Jahre mit ihm gelebt habe, kommt mir fremd vor, ich bin hier nicht mehr zu Hause. Ich bin dabei, mein Leben zu entrümpeln - physisch ebenso wie psychisch.